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LIVE & TECHNIK · LESEZEIT 7 MIN

DI-Box erklärt: Wofür du sie brauchst, aktiv oder passiv und welche kaufen

Von Timo Hering, Schlagzeuger, Artist Manager und Backliner · 29. September 2026

Brummt der Bass, ist das Keyboard zu leise oder rauscht der Laptop, liegt es auf der Bühne erstaunlich oft an einer Stelle: der DI-Box. Sie ist klein, unscheinbar und steht in fast jedem Tech Rider. Hier erfährst du, was sie macht, wann du eine aktive oder passive brauchst und welche sich für welches Instrument lohnt.

DI-Box auf dem Bühnenboden, dahinter E-Bass und Monitorbox

Was eine DI-Box macht

DI steht für „Direct Injection“, also direkte Einspeisung ins Pult. Die Box sitzt zwischen Instrument und Stagebox und macht drei Dinge:

  1. Sie symmetriert das Signal. Instrumente haben meist unsymmetrische Klinkenausgänge. Die DI macht daraus ein symmetrisches XLR-Signal, das auch über 30 oder 50 Meter Multicore sauber am Pult ankommt.
  2. Sie passt die Impedanz an. Ein Bass-Tonabnehmer ist hochohmig, ein Pulteingang erwartet ein niederohmiges Signal. Ohne DI klingt es dünn und verliert Höhen.
  3. Sie trennt Masseschleifen. Mit dem Ground-Lift-Schalter verschwindet das typische Brummen, wenn Instrument, Amp und Pult an unterschiedlichen Stromkreisen hängen.
Bass / KeysKlinke, unsymmetrisch DI-BOXPad · Ground Lift Ampoptional StageboxXLR, symmetrisch Pult / FOHKanal mit Gain Input Thru XLR out Multicore 30–50 m 48V (nur aktive DI)
So läuft das Signal: Instrument in die DI, Thru zum Amp, XLR über die Stagebox zum Pult.

Wofür du eine brauchst

QuelleDI nötig?Typ
Bassja, oft zusätzlich zum Mikro am Ampaktiv bei passiven Tonabnehmern, sonst passiv
Keyboard / Synthja, bei Stereo zwei Kanälepassiv
Laptop / Playbackja, wegen Brummen über USB und Netzteilpassiv, Stereo oder zwei Kanäle
Akustikgitarre mit Piezojaaktiv
Drum-Pad / E-Drumsjapassiv
DJ-Mixermeist ja, wenn keine symmetrischen Ausgängepassiv, stereo
E-Gitarreselten, meist Mikro am Amp–

Aktiv oder passiv?

Passive DIs arbeiten mit einem Übertrager und brauchen keinen Strom. Sie sind robust, rauschen nicht und vertragen hohe Pegel. Ideal für alles, was laut genug aus dem Ausgang kommt: Keyboards, Playback, Drum-Pads, Bässe mit aktiver Elektronik.

Aktive DIs haben eine eigene Elektronik und brauchen 48V Phantomspeisung vom Pult oder eine Batterie. Sie sind die bessere Wahl für schwache Signale mit hoher Impedanz, also Bässe mit passiven Tonabnehmern und Akustikgitarren mit Piezo. Dort holen sie mehr Tiefe und Höhen heraus.

Faustregel aus der Praxis: Im Zweifel nimm für Bass und Akustikgitarre eine aktive, für alles andere eine passive.

Ground Lift, Pad, Thru: die Schalter erklärt

  • Ground Lift: trennt die Masse zwischen Instrument und Pult. Nur drücken, wenn es brummt.
  • Pad (-15 bis -20 dB): senkt den Pegel, wenn die Quelle zu heiß ist, etwa ein Keyboard auf Vollausschlag.
  • Thru / Link: reicht das Originalsignal weiter, z. B. zum Bass-Amp auf der Bühne. So hat der Bassist seinen Amp und das Pult ein sauberes DI-Signal.
  • Speaker / Amp-Eingang (bei manchen Modellen): erlaubt das Abgreifen am Lautsprecherausgang eines Amps. Nur mit dafür ausgelegten DIs, sonst geht die Box kaputt.
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So schließt du sie richtig an

  1. Instrument per Klinke in den Input der DI.
  2. Falls ein Amp dazugehört: vom Thru-Ausgang zum Amp.
  3. Vom XLR-Ausgang zur Stagebox bzw. zum Pult.
  4. Bei einer aktiven DI am Pult 48V einschalten, bei passiven aus lassen.
  5. Pad erst mal aus, Ground Lift aus. Brummt es, Ground Lift drücken. Übersteuert es, Pad rein.

Empfehlungen: Budget, Mittelklasse, Profi

Richtwerte, Preise schwanken je nach Händler. Die Links führen zum Produkt bei Amazon oder zur Suche bei Thomann.

Budget

DI-BoxTypPreisWofür
Behringer DI400Ppassivca. 15–25 €Für Keys, Playback und Laptops, die genug Pegel liefern. Klein, ohne Strom, reicht für den Proberaum und viele Clubshows.
Behringer DI100aktivca. 25–35 €Günstiger Einstieg in aktive DIs, z. B. für Bass mit passiven Tonabnehmern. Läuft mit 48V oder Batterie.

Mittelklasse

DI-BoxTypPreisWofür
Radial ProDIpassivca. 80–110 €Robuster Stahlkasten, sehr verbreitet auf Tour. Gut für Keys, Drum-Pads und Playback.
Radial ProD2passiv, stereoca. 130–170 €Zwei Kanäle in einer Box: ideal für Stereo-Keys oder Playback L/R.
Palmer PAN 01passivca. 40–60 €Solide passive DI mit Pad und Ground Lift, viel Gerät für wenig Geld.

Profi

DI-BoxTypPreisWofür
Radial J48aktivca. 180–230 €Aktive Standard-DI auf großen Bühnen. Sehr rauscharm, top für Bass und Akustikgitarre.
Radial JDIpassivca. 180–230 €Passive Profi-DI mit Jensen-Übertrager: warm, verzerrt nicht bei hohem Pegel.
BSS AR-133aktivca. 250–320 €Der Klassiker in vielen Verleih-Lagern. Unverwüstlich und klanglich neutral.

Links zu Shops können Affiliate-Links sein. Kaufst du darüber, bekommen wir eine kleine Provision. Für dich ändert sich der Preis nicht. Als Amazon-Partner verdiene ich an qualifizierten Verkäufen.

Tipp für Bands: Zwei gute passive DIs im eigenen Case sparen viel Ärger. Nicht jede Venue hat genug, und am Showtag sucht niemand gern nach der letzten DI.

DI-Boxen im Tech Rider

Schreib in deine Input-Liste bei jedem Kanal, ob eine DI nötig ist, ob aktiv oder passiv und ob ihr sie selbst mitbringt. Der Techniker weiß dann vorher, wie viele er bereitlegen muss und ob er 48V braucht. Mehr dazu im Artikel Tech Rider erstellen.

Eine fertige Vorlage dafür ist die Riderhouse Input-Liste für Word und Excel. Die Excel-Version zählt DI-Boxen, 48V-Kanäle und Stative automatisch. Kanäle kannst du auch direkt im kostenlosen Stage Plot Generator eintragen.

Excel-Input-Liste, die Kanäle, 48V, DI-Boxen und Stative automatisch zählt
Die Excel-Version der Riderhouse Input-Liste zählt DI-Boxen, 48V-Kanäle und Stative automatisch.

Häufige Fragen zur DI-Box

Was macht eine DI-Box?

Eine DI-Box wandelt das unsymmetrische, hochohmige Signal eines Instruments (z. B. Bass, Keyboard, Laptop) in ein symmetrisches, niederohmiges Signal um, das über lange Kabel störungsfrei zum Mischpult geht. Außerdem trennt sie Masseschleifen auf und verhindert Brummen.

Wann brauche ich eine aktive und wann eine passive DI-Box?

Passive DIs eignen sich für Quellen mit viel Pegel wie Keyboards, Drum-Pads, Playback und Bässe mit aktiver Elektronik. Aktive DIs sind besser für schwache Signale, etwa Bässe mit passiven Tonabnehmern oder Akustikgitarren mit Piezo. Aktive DIs brauchen 48V Phantomspeisung oder eine Batterie.

Was bedeutet Ground Lift an der DI-Box?

Der Ground-Lift-Schalter trennt die Masseverbindung zwischen Instrument und Pult. Damit lässt sich Brummen durch Masseschleifen beseitigen. Er wird nur gedrückt, wenn es brummt, sonst bleibt er aus.

Wozu ist der Pad-Schalter?

Das Pad senkt den Eingangspegel ab, meist um 15 bis 20 dB. Man nutzt es bei sehr lauten Quellen, etwa Keyboards oder Laptops auf Vollausschlag oder dem Lautsprecherausgang eines Amps, damit der Pulteingang nicht übersteuert.

Braucht ein Laptop oder Keyboard eine DI-Box?

Ja, fast immer. Keyboards, Laptops und Playback-Interfaces haben meist unsymmetrische Ausgänge. Über eine DI-Box läuft das Signal symmetrisch zur Stagebox, und Brummen durch Netzteile und USB lässt sich per Ground Lift beheben. Für Stereo braucht man zwei Kanäle oder eine Stereo-DI.

DI-Boxen gleich richtig im Rider

Input-Liste für Word und Excel: zählt Kanäle, 48V, DI-Boxen und Stative automatisch. Deutsch und Englisch.

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