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RIDER & ADVANCE · LESEZEIT 7 MIN

Tech Rider erstellen: Was rein muss und wie Techniker ihn lieben

Von Timo Hering, Schlagzeuger, Artist Manager und Backliner · 28. September 2026

Als Backliner habe ich hunderte Tech Rider in der Hand gehabt: von zwei Seiten Word-Dokument bis zum 40-seitigen Produktionshandbuch. Die guten haben eins gemeinsam: Der Techniker vor Ort versteht in zwei Minuten, was die Band braucht. Hier erfährst du, wie du so einen Rider schreibst, was rein muss und was du besser weglässt.

Tech Rider mit Bühnenplan auf einem Flightcase, daneben Gaffa-Tape, Stift und XLR-Kabel

Was ein Tech Rider ist (und was nicht)

Der Tech Rider (auch technischer Rider oder Bühnenanweisung) beschreibt, was deine Band technisch für die Show braucht: Bühne, Aufstellung, Kanäle, Monitoring, Backline, Strom und Licht. Er geht an den Veranstalter und die Haustechnik, idealerweise zusammen mit dem Vertrag.

Was nicht rein gehört: Essen, Getränke, Hotel und Gästeliste. Das steht im Hospitality Rider. Die Trennung hat einen praktischen Grund: Der Techniker braucht die Kanalliste, der Runner die Getränkeliste. Beide wollen nicht durch das Dokument des anderen scrollen.

Die 10 Bausteine eines Tech Riders

  1. Kontakte: Tourmanager, FOH-Techniker, Band. Mit Telefonnummer, nicht nur E-Mail. Am Showtag ruft niemand eine Mail-Adresse an.
  2. Besetzung: Wer spielt was, wer singt. Plus die Anzahl der reisenden Personen.
  3. Bühne: Mindestgröße (Breite × Tiefe), Riser, Zeit für Aufbau und Soundcheck.
  4. Stage Plot: Die Bühne von oben, mit Instrumenten, Amps, Monitoren und Stromanschlüssen. Das wichtigste Bild im ganzen Rider.
  5. Input-Liste: Jeder Kanal mit Quelle, Mikrofon oder DI und Stativ. Mehr dazu unten.
  6. Monitoring: Wie viele Wedges oder In-Ear-Wege, wer was hören will. Bringt ihr eigene In-Ears mit, gehört das hier rein.
  7. PA und FOH: Was die Anlage können muss, wo das Pult stehen soll, ob ihr einen eigenen Techniker mitbringt.
  8. Backline: Was ihr mitbringt und was vor Ort gestellt werden soll. Bei Flugshows oft das ganze Schlagzeug.
  9. Strom: Wo ihr Anschlüsse braucht und wie viele. Ideal direkt im Stage Plot eingezeichnet.
  10. Licht und Zeiten: Wünsche ans Licht (z. B. kein Nebel, Stroboskop-Hinweis) und den geplanten Ablauf, soweit er bekannt ist.
Stage Plot mit automatischer Input-Liste im Riderhouse Stage Plot Generator
Stage Plot und Input-Liste aus dem kostenlosen Riderhouse Stage Plot Generator: Kanäle am Instrument eintragen, die Liste entsteht rechts automatisch.

Input-Liste richtig anlegen

Die Input-Liste ist das, was der Techniker als Erstes aufs Pult überträgt. Sie sollte deshalb exakt zum Stage Plot passen und immer in der gleichen Reihenfolge aufgebaut sein: Drums, Bass, Gitarren, Keys, Playback, Vocals.

KanalQuelleMic / DIStativ
1Kick InBeta 91A–
2Kick OutBeta 52Akurz
3Snare TopSM57kurz
9BassDI–
10Gitarre Le906–
15Lead VocalSM58 (Band bringt eigenes)groß, Galgen

Drei Regeln, die dir Ärger ersparen: Schreib dazu, welche Mikros ihr selbst mitbringt. Gib Alternativen an („SM57 oder vergleichbar“), statt auf einem bestimmten Modell zu bestehen. Und aktualisiere die Liste, sobald sich die Besetzung ändert. Nichts kostet mehr Zeit beim Soundcheck als ein Kanalplan, der nicht zur Bühne passt.

Tipp: Im kostenlosen Stage Plot Generator trägst du Kanal und Mikro direkt am Instrument ein, die Input-Liste entsteht dann automatisch.

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Schneller mit Vorlage

Du musst nicht bei null anfangen. Mit dem Stage Plot Generator baust du Bühne und Input-Liste kostenlos im Browser und exportierst sie als PDF oder als Bild für deinen Rider.

Für den kompletten Rider gibt es den Riderhouse Tech Rider Pro: eine bearbeitbare Vorlage für Word und Google Docs mit 14 Abschnitten, ausgefülltem Beispiel und Hinweisen, auf Deutsch und Englisch. Passend dazu gibt es den Hospitality Rider im gleichen Design. Was dort rein gehört, steht im Artikel Hospitality Rider. Und bevor ein Veranstalter nach dem Rider fragt, will er euer EPK sehen: EPK erstellen.

Häufige Fragen zum Tech Rider

Was ist der Unterschied zwischen Tech Rider und Hospitality Rider?

Der Tech Rider beschreibt alles Technische: Bühne, Stage Plot, Input-Liste, Monitoring, PA, Backline, Strom und Licht. Der Hospitality Rider regelt die Versorgung der Band, also Garderobe, Getränke, Essen, Allergien, Hotel und Gästeliste. Beide gehören zum Auftrittsvertrag und werden meist zusammen verschickt.

Wie lang sollte ein Tech Rider sein?

So kurz wie möglich, so lang wie nötig. Für eine Club-Band reichen meist 3 bis 6 Seiten. Wichtig ist, dass Stage Plot und Input-Liste sofort zu finden sind, denn die schaut sich der Techniker zuerst an.

Wann schickt man den Tech Rider?

Am besten mit dem Vertrag oder spätestens 14 Tage vor der Show an Veranstalter und Haustechnik. Bei Festivals oft noch früher, weil dort mehrere Bands auf einer Bühne geplant werden.

Muss ein Tech Rider unterschrieben werden?

Nein, in der Praxis ist das selten. Viele Rider haben trotzdem ein optionales Feld zur Bestätigung. Verbindlich wird der Rider, wenn der Auftrittsvertrag auf ihn verweist.

Kann ich einen Tech Rider kostenlos erstellen?

Ja. Den Stage Plot inklusive Input-Liste kannst du mit dem kostenlosen Riderhouse Stage Plot Generator bauen und exportieren. Den restlichen Rider kannst du selbst schreiben oder eine fertige Vorlage nutzen.

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